Wassersäule bei Skibekleidung: welche Zahl brauchst du wirklich?

Auf fast jeder Skijacke steht eine Zahl mit vier oder fünf Stellen: 1.000 mm, 10.000 mm, 20.000 mm. Gemeint ist die Wassersäule, und kaum jemand weiß, was er damit anfangen soll. Hier steht, was die Zahl misst, welche du für welchen Einsatz brauchst und warum mehr nicht immer besser ist.

Was die Wassersäule überhaupt misst

Man spannt den Stoff ein und setzt eine Wassersäule darauf. Dann wird gemessen, wie hoch diese Säule werden darf, bevor der erste Tropfen durch das Gewebe dringt. 10.000 mm Wassersäule heißt also: eine zehn Meter hohe Wassersäule steht auf dem Stoff, bevor er undicht wird.

Das klingt nach unglaublich viel. Der Grund, warum es trotzdem realistisch ist, heißt Druck. Solange Regen nur auf den Stoff fällt, passiert wenig. Sobald du dich aber auf einen nassen Sessellift setzt oder im Schnee kniest, konzentriert sich dein Körpergewicht auf wenige Quadratzentimeter. Genau dort entstehen Drücke, die eine schwache Membran durchlässt. Deshalb wird eine Hose fast immer vor der Jacke nass, und zwar am Hosenboden.

Die grobe Einteilung

Eine feste gesetzliche Grenze, ab der ein Kleidungsstück in Deutschland „wasserdicht“ heißen darf, gibt es für Freizeitkleidung nicht. Im Handel hat sich aber eingebürgert, ab etwa 1.500 mm von wasserdicht zu sprechen. Praktisch nutzbar sind diese Stufen:

  • Bis 1.000 mm: wasserabweisend. Reicht für trockenen, kalten Pulverschnee und für Tage, an denen du nicht stundenlang im Nassen sitzt. Bei Dauerregen oder Nassschnee kommst du an die Grenze.
  • 3.000 bis 5.000 mm: der Einstieg. Ein normaler Pistentag bei kaltem Wetter ist damit machbar.
  • 10.000 mm: der sinnvolle Standard für die meisten Leute. Ein voller Skitag, auch wenn es zwischendurch nass wird und du dich in den Schnee setzt.
  • 15.000 bis 20.000 mm: für lange Tage bei Nassschnee, für Leute, die viel stürzen oder viel sitzen, und für nasse Frühjahrsverhältnisse.
  • Über 20.000 mm: Tourenbereich und Dauereinsatz bei Regen. Für den normalen Skiurlaub überdimensioniert.

Warum mehr nicht automatisch besser ist

Eine hohe Wassersäule bedeutet in der Regel eine dichtere Membran. Dichter heißt: es kommt weniger Wasser rein, aber auch weniger Feuchtigkeit raus. Wenn du beim Aufstieg oder bei sportlichem Fahren schwitzt und die Jacke das nicht abtransportiert, wirst du von innen nass. Das fühlt sich am Ende genauso an wie ein undichter Stoff.

Deshalb gehört zur Wassersäule immer die zweite Zahl: die Atmungsaktivität, angegeben in Gramm pro Quadratmeter in 24 Stunden. Wer viel steht und wenig schwitzt, kommt mit wenig Atmungsaktivität aus. Wer den ganzen Tag in Bewegung ist, sollte darauf achten.

Was die Zahl nicht abdeckt

Die Wassersäule misst den Stoff, nicht das fertige Kleidungsstück. Wasser kommt aber am liebsten dort rein, wo der Stoff aufhört: an Nähten, Reißverschlüssen und Beinöffnungen. Eine Jacke mit 20.000 mm und offenen Nähten ist schlechter als eine mit 10.000 mm und sauber verarbeiteten Abschlüssen. Schau also nicht nur auf die Zahl, sondern auch darauf, wie das Stück gebaut ist.

Die Zahl bleibt nicht ewig gleich

Fast jede Skibekleidung hat außen eine Imprägnierung. Sie sorgt dafür, dass Wasser abperlt, statt sich im Oberstoff vollzusaugen. Diese Schicht nutzt sich ab, durch Reibung am Rucksack, am Lift und beim Waschen. Wenn deine Jacke nach zwei Saisons „nicht mehr dicht“ ist, ist meistens nicht die Membran kaputt, sondern die Imprägnierung weg.

Dagegen hilft: mit Funktionswaschmittel waschen, nie mit Weichspüler, und einmal pro Saison nachimprägnieren. Das kostet ein paar Euro und bringt mehr als jede höhere Zahl beim Kauf.

Kurz gefasst

Für die allermeisten Skiurlauber sind 10.000 mm die richtige Wahl. Weniger reicht bei trockener Kälte, mehr lohnt sich, wenn du oft bei Nassschnee unterwegs bist oder viel im Schnee sitzt. Wichtiger als die letzte Stelle der Zahl sind saubere Verarbeitung und eine gepflegte Imprägnierung.

In unserem Sortiment findest du beides: die Skijacke und Skihose mit 15.000 mm Wassersäule für nasse Tage, die Skihose mit 10.000 mm für den normalen Pistentag, und den Skianzug als Set mit 10.000 mm in M bis 3XL. Bei jedem Artikel steht die Zahl offen dabei, damit du selbst entscheiden kannst.